KURZ ERKLÄRT

Ein Erklärvideo braucht ein Skript, das Bild, Ton und gedankliche Schritte sinnvoll verbindet. Beginne mit einer konkreten Frage und entwickle die Erklärung in nachvollziehbarer Reihenfolge. Plane wichtige visuelle Informationen auch sprachlich ein und halte Beispiele erkennbar hypothetisch. Ein kurzer Film wird nützlich, wenn Zuschauer danach einen Zusammenhang erklären oder einen passenden nächsten Schritt wählen können.

Wie dieser Arbeitsschritt in eure Content-Strategie passt, zeigt der übergeordnete Guide B2B Content Marketing: Von der guten Idee zur qualifizierten Anfrage.

Erklärungsziel und Vorwissen wählen

Formuliere, was Zuschauer nach dem Video verstehen oder tun können sollen. Eine erste Produktorientierung unterscheidet sich von einer Anleitung für eine konkrete Einstellung. Benenne das erwartete Vorwissen und die wichtigste offene Frage. Sammle dann nur Informationen, die diesen Weg unterstützen. Vollständigkeit bedeutet nicht, sämtliche Funktionen zu erwähnen. Wenn mehrere voneinander unabhängige Aufgaben entstehen, plane getrennte Videos oder ergänzende Materialien. Dadurch kann jede Erklärung ihre Voraussetzungen sauber aufbauen, statt mit raschem Tempo zwischen Themen zu wechseln und einen langen Film lediglich oberflächlich kürzer wirken zu lassen. Mehr dazu im Leitfaden Fachwebinare planen: Ein Lernziel statt einer Produktshow.

Argument in Szenen zerlegen

Schreibe zuerst den gedanklichen Ablauf, danach die Szenen. Jede Szene erhält eine Aussage und einen klaren Übergang zur nächsten. Zeige Problem, Mechanismus und Beispiel in einer Reihenfolge, die ohne Expertenwissen nachvollziehbar ist. Vermeide einen Einstieg mit umfangreicher Unternehmensvorstellung, wenn die Frage der Zuschauer dadurch unbeantwortet bleibt. Notiere, welche Begriffe erklärt werden müssen. Prüfe auch, ob eine Animation tatsächlich eine Beziehung verständlicher macht oder nur Bewegung erzeugt. Die Szenenfolge sollte einen inhaltlichen Grund haben, den ihr in einfachen Worten erklären könnt, bevor die Gestaltung beginnt.

Themenübersicht: Erklärungsziel und Vorwissen wählen; Argument in Szenen zerlegen; Ton und Bild gemeinsam schreiben
Themenübersicht dieses Artikels. Themenübersicht: Erklärungsziel und Vorwissen wählen; Argument in Szenen zerlegen; Ton und Bild gemeinsam schreiben

Ton und Bild gemeinsam schreiben

Führe im Skript gesprochene Erklärung, sichtbare Handlung und wichtige Texteinblendung nebeneinander. Lass den Ton entscheidende Informationen vermitteln, die sonst ausschließlich im Bild stehen würden. W3C empfiehlt, solche Zugänge bereits in der Planung zu berücksichtigen. Vermeide ein pauschales „wie hier gezeigt“, wenn der Bezug ohne Bild verloren geht. Gib Zuschauern Zeit, eine neue Darstellung zu erfassen, bevor weitere Details hinzukommen. Prüfe Fachwörter laut gelesen. Ein Satz, der auf dem Papier funktioniert, kann gesprochen zu dicht sein oder durch eine unklare Betonung die falsche Bedingung hervorheben.

Hypothetische Erklärung entwickeln

Angenommen, ihr erklärt eine fiktive Freigabekette für technische Dokumente. Eine erste Szene zeigt den Entwurf, die zweite unterscheidet fachliche Prüfung und Veröffentlichungsentscheidung. Das gesprochene Beispiel nennt ausdrücklich die zwei Rollen, während das Bild ihre Übergabe zeigt. Eine Ausnahme erklärt, was bei einer fehlenden Information geschieht. Dieses hypothetische Beispiel beschreibt keine reale Software und verspricht keine gemessene Zeitersparnis. Es verdeutlicht, wie ein Video Komplexität schrittweise aufbaut, ohne wichtige Zuständigkeiten zu einer einzigen scheinbar automatischen Bewegung zusammenzuziehen oder eine notwendige Rückfrage unsichtbar zu machen.

Drei Aspekte: Ton und Bild gemeinsam schreiben; Hypothetische Erklärung entwickeln; Zugänglichkeit und Begleitmaterial vorsehen
Redaktionelle Übersicht zum Inhalt. Drei Aspekte: Ton und Bild gemeinsam schreiben; Hypothetische Erklärung entwickeln; Zugänglichkeit und Begleitmaterial vorsehen

Zugänglichkeit und Begleitmaterial vorsehen

Plane überprüfte Untertitel, Transkript und die Erklärung wesentlicher visueller Informationen mit ein. Ein Transkript sollte auch wichtige nicht gesprochene Inhalte verständlich machen. Entscheide früh, welche Informationen bereits in die Hauptmoderation integriert werden können und welche zusätzliche Beschreibung benötigen. Prüfe Lesbarkeit von Einblendungen und störende Hintergrundgeräusche. Ein ergänzendes Arbeitsblatt oder eine schriftliche Anleitung kann helfen, wenn Zuschauer später einzelne Schritte nachschlagen müssen. Diese Materialien brauchen denselben fachlichen Stand wie das Video. Sie sind Teil der Veröffentlichung und sollten nicht erst nach fertiger Produktion ohne Zeit für Prüfung ergänzt werden.

Skript vor Produktion testen

Lies das Skript mit einfachen Standbildern oder einer groben Szenenfolge vor. Bitte eine unbeteiligte Person, den erklärten Zusammenhang wiederzugeben und offene Fragen zu nennen. Ändere zuerst fehlende Voraussetzungen und widersprüchliche Übergänge. Die Stoppuhr allein zeigt nicht, ob die Erklärung verständlich ist. Lass technische Aussagen fachlich prüfen und dokumentiere die freigegebene Fassung. Wenn das Produkt später verändert wird, hilft eine Zuordnung von Szene, Aussage und Produktstand bei der Pflege. So könnt ihr gezielt entscheiden, welche Teile neu aufgenommen werden müssen und welche Erklärung weiterhin korrekt und brauchbar bleibt. Mehr dazu im Leitfaden Messaging testen, bevor ihr die Website umschreibt.

INTERAKTIV / VOM LESEN ZUR ANWENDUNG

Drei Prüfpunkte für eure Umsetzung

Wähle einen Punkt und halte deinen persönlichen Lesefortschritt fest. Die Häkchen werden weder gespeichert noch übertragen und sind keine Bewertung eures Unternehmens.

PRÜFPUNKT 01

Ton und Bild gemeinsam schreiben

Führe im Skript gesprochene Erklärung, sichtbare Handlung und wichtige Texteinblendung nebeneinander.

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PRÜFPUNKT 02

Hypothetische Erklärung entwickeln

Angenommen, ihr erklärt eine fiktive Freigabekette für technische Dokumente.

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PRÜFPUNKT 03

Zugänglichkeit und Begleitmaterial vorsehen

Plane überprüfte Untertitel, Transkript und die Erklärung wesentlicher visueller Informationen mit ein.

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Häufige Fragen

Wie lang darf ein Erklärvideo sein?

So lang, wie die konkrete Erklärung sinnvoll braucht; teste Verständnis und teile unabhängige Aufgaben auf.

Soll das Skript schon Animationen beschreiben?

Ja, soweit sie eine Aussage erklären; fachliche Bedeutung muss vor der visuellen Ausarbeitung klar sein.

Sind Untertitel erst nach dem Schnitt relevant?

Nein. Plane Aufwand und Inhalte früh und prüfe die fertigen Untertitel gegen die freigegebene Aussage.

Wie lässt sich „Erklärungsziel und Vorwissen wählen“ praktisch umsetzen?

Formuliere, was Zuschauer nach dem Video verstehen oder tun können sollen. Eine erste Produktorientierung unterscheidet sich von einer Anleitung für eine konkrete Einstellung. Benenne das erwartete Vorwissen und die wichtigste offene Frage.

Was ist bei „Argument in Szenen zerlegen“ besonders wichtig?

Schreibe zuerst den gedanklichen Ablauf, danach die Szenen. Jede Szene erhält eine Aussage und einen klaren Übergang zur nächsten. Zeige Problem, Mechanismus und Beispiel in einer Reihenfolge, die ohne Expertenwissen nachvollziehbar ist.

Quellen & weiterführende Dokumentation